Für Touristen

Kopernikus Code – Unbekannter Włocławek

Włocławek, Leslau an der Weichsel, Wlozlawek, lateinisch Vladislavia oder englisch Wloclawek ist die Hauptstadt von Kujawy im Zentrum Polens. Hier leben 120 000 Menschen (im Ballungsgebiet ca. 300.000 Einwohner). Es gibt hier eine interessante Route zu Kirchen und anderen Sehenswürdigkeiten (Backsteingotik), u.a. mit dem bekannten Dom und den Kirchen. Dazu gibt es noch ein breites Angebot von Museen und Galerien. Włocławek ist eingebettet in einen Naturpark mit vielen Seen und liegt am größten Stausee Polens (Wloclawski Haaf).

Die Stadt besticht durch ihre malerische Lage und lange Geschichte (die erste Siedlung gab es in hier schon vor 3000 Jahren). Außerdem ist es sehr nah von Thorn (Toruń), Bromberg (Bydgoszcz), Lodz (Łódź), Warschau (Warszawa) oder Posen (Poznań). Sehr bekannt ist Wloclawek's Faience/ Fayence (Fajans Włocławek), Ketchups (Ketchup Dworski und Ketchup Włocławek), Getreidekaffee oder Nachtisch von Delecta und Süßigkeiten von Kujawianka, Bomilla oder Cukiernia Brześć.

Hier lebten weltbekannten Persönlichkeiten z.B.: Nikolaus Kopernikus, Nobelpreisträger Tadeusz Reichstein, Marcel Reich-Ranicki oder Charles de Gaulle. 10 km von Wloclawek, in Popowo, ist einer der bekanntesten Polen, Nobelpreisträger und Politiker, Lech Walesa (Lech Wałęsa) geboren. Die wichtigste Sehenswürdigkeiten sind: Kopernikusplatz, Priesterseminar (erste Seminar in Polen), berühmtes Diözesenmuseum mit der Kunst von Guercino, Caravaggio und Dürer, Sankt-Vitalis-Kirche (1330), Maria-Himmelfahrt-Dom – gothische Kathedrale, eine der ältesten (1340) und höchsten (87 m) Kirchen in Polen mit der Skulptur von Veit Stoß, Glasfenster (die ältesten in Polen), Gemälden von Francisco de Zurbaran und Juan Correa de Vivar, Boulevard an der Weichsel, Kirche vom Heilgen Johann der Täufer mit dem Skulptur von Jan Baptist aus Venedig oder Museum des Kujawer und Dobriner Landes (Faiance und Kunstchätze von Anthonis van Dyck, Georg Philipp Rugendas, Rembrandt van Rijn oder Parmigianino) oder Kulturzentrum Brauerei B. Bitte lesen Sie diesen Reiseführer und beginnen die Stadtbesichtigung!























Geschichte

Die erste Siedlung gab es in hier schon ca. vor 3000 Jahren. Gegen 1000 v. Ch. entstand die Siedlung der bronzezeitlichen Lausitzer Kultur und gegen 500 v. Ch. eine eisenzeitliche Siedlung der Pommerellischen Gesichtsurnenkultur (auch Pomoranische Kultur genannt). Die Werkzeuge aus dieser Zeit sind im Museum für Geschichte in Włoclawek zu besichtigen.Im 11. Jahrhundert entstand lt. der Chronik von Gall Annonim an der Weichsel eine mittelalterliche Siedlung, die seit 1123 der Sitz eines dem Erzbischof unterstellten Bistums war. 1261 erhielt Vladislavia die Stadtrechte nach Kulmer Recht. Beachtenswert ist, dass im Mittelalter Włocławek die drittgrößte Stadt in Polen war. Hier lebten über 2000 Ritter. Schon im Jahre 1207 wurde die Kathedralschule gegründet und 1222 nach dem Abbruch der hölzernen Kirche am selben Platz eine romanische Kathedrale. In Vladislavia gab es bedeutende Zusammenkünfte, so z.B. im Jahr 1337 (Treffen dreier Monarchen, dem polnischen Kasimir der Große (poln. Kazimierz Wielki), dem tschechischen König Johann von Böhmen und dem Hochmeister des Deutschen Ordens und im Jahr 1397 ein Treffen der polnischen Königin Jadwiga mit Konrad von Jungingen.
Im 14. und 15. Jahrhundert wurde die Stadt mehrfach von Deutschen Ordensrittern zerstört und anschließend unterworfen. Aus dieser Zeit stammt auch der deutsche Name Leslau, wahrscheinlich haben diese Bezeichnung zum ersten Mal die Ritter des Deutschen Orden genutzt. Erst der Friedensvertrag von Thorn 1466 sicherte den Frieden.
In der Zeit danach blühte vor allem der Getreidehandel, in der Stadt wurden dafür 27 (!) Getreidespeicher genutzt. Włoclawek war zweitgrößtes Getreidezentrum Polens (nach Danzig/ Gdańsk). Leider zerstörte die Schwedische Invasion 1567 weite Teile Polens, darunter auch Włocławek. Viele polnische Könige hatten hier kurze Aufenthalte.
Nach der zweiten Teilung Polens fiel Włocławek 1793 an Preußen. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde die Stadt Bestandteil des neu gebildeten Kongresspolen. 1831 wurde die Stadt von Russland okkupiert.
Der Erste Weltkrieg zerstörte den Industriestandort. Am 11.11.1918 erhielt Polen und somit auch Włocławek die Unabhängigkeit. Kurz danach (1920) wurde die Stadt in den polnisch-sowjetischen Krieg verwickelt.
Die Stadt gehörte während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) zum Reichsgau Wartheland im Deutschen Reich (Stadt- und Landkreis Leslau). Nach dem Zweiten Weltkrieg, in dem ein Drittel der Stadt zerstört wurde, folgte in den Nachkriegsjahren der Wiederaufbau von Fabriken und Werkstätten. 1966 wurde der Bau der gewaltigen Chemiewerke ZAW begonnen (jetzt Anwil SA). Seit 1969 besitzt die Stadt eine Schleusenanlage, die den Wasserstand der Weichsel reguliert. Im Jahre 1991 war Papst Johannes Paul II. in der Stadt zu Besuch.
Viele wichtige Sehenswürdigkeiten wurden leider im Laufe der Zeit zerstört, so z.B. die Bischofsburg und der Dom in romanischen Stil, die Fürstenburg, das Rathaus am Altmarkt, der Kirchen- und Klosterkomplex des heiligen Gotthard der Zisterzienser, die mittelalterliche Altstadt, die Synagogen oder die russisch-orthodoxe Kirche am Freiheitsplatz.


Deutsche Spuren

Erste deutsche Spuren in Włocławek sind mit den Stadtrechten nach Kulmer Recht und der Nachbarschaft mit dem Deutschen Orden nachweisbar.
Eine sehr wichtige Persönlichkeit, die die deutsche und polnische Kultur verbindet, kann mit Włocławek assoziiert werden. Nikolaus Kopernikus wohnte in den Jahren 1488-91 in Vladislavia. Er wurde hier von seinem Onkel, Lukas Watzenrode, in die Kathedralschule in der Nähe des Maria-Himmelfahrt-Dom geschickt. Diese Schule hatte einen guten Ruf, hier ging z.B. eine mächtige deutsche Familie aus Danzig mit Namen Farber zur Schule.
In Włoclawek finden sich verschiedene Werke deutscher Künstler, u. a. eine Epitaphplatte (1493) von Veit Stoss oder ein Candelabrum (1596) von Hans Meyer im Maria-Himmelfahrt-Dom, Skizzen von Albrecht Altdorfer und Kupferstiche von Heinrich Aldegrever in den Kunstsammlungen im Museum des Kujawier und Dobriner Landes. Sehenswert sind auch Holzschnitte des bekannten deutschen Künstlers Albrecht Dürer und die Kunstwerke vom Augsburger Arbeitsraum im Diözesanmuseum.
Über Jahrhunderte waren für die Kaufleute aus Włoclawek die Kontakte mit den Hansestädten, besonders mit Thorn und Danzig, sehr wichtig. Bis heute kann man einige Getreidespeicher bewundern, darunter sogar ein hölzerner, sogenannter „Schwarzer Speicher“.
Im 19. Jahrhundert wurde Włocławek zur Industriestadt, weil hier mittlerweile viele berühmte Unternehmen (auch dank der jüdischen, russischen und deutschen Gemeinde) gegründet worden waren. Hier entstand z.B. die erste Papier- und Cellulosefabrik auf polnischem Gebiet (gegründet 1799 von Gotfryd Gross, später von der Familie Steinhagen). Bekannteste Unternehmen des 19. Jahrhunderts waren die Zichorienfabrik von Ferdinand Bohm, die Cellulosefabrik der Brüder Cassierer (Max Cassierer, später in Berlin), 14 (!) Brauereien (manche von Familie Bojańczyk), eine Ziegelei, eine Fabrik für Agrarmaschinen (Wilhelm Haack, später auch Hugo Mühsam), der Draht- und Seilproduzent Carl Klauke oder die Manufaktur für Fayencen, Porzellan und Keramik (die bekannteste ist die von Teichfeld & Asterblum, jetzt Einkaufszentrum Wzorcownia, zu deutsch „Musterraum“). In der Gegend wurde Familien Kronenberg und Kretkowski sehr bekannt.
In dieser Zeit erblickten einige bekannte Persönlichkeiten in Wloclawek das Licht der Welt: Tadeus Reichstein (1897–1996), Schweizer Biochemiker und Nobelpreisträger (er isolierte die Hormone der Nebennierenrinde, erforschte die Struktur von Aldosteron, erkannte die Wirksamkeit des Cortisons und ermöglichte durch Synthese die industrielle Produktion des Vitamin C), Julian Balthasar Marchlewski (1866–1925), Politiker und Mitbegründer des Spartakusbundes (Vereinigung von Sozialisten in Deutschland, die sich während des Ersten Weltkriegs eine internationale Revolution als Ziel stellten) oder Marie Steiner-von Sivers (1867–1948), eine russisch-deutsche Anthroposophin und Schauspielerin.
In diesem Zeitraum wurde die evangelische (lutherische) Gemeinde immer größer. Am Ende des 18. Jahrhunderts hatte die evangelische Gemeinde eine kleine hölzerne Kirche vom Beginn des 17. Jahrhunderts von den Katholiken bekommen. Der erste Pfarrer war Adolf Theodor Julius Ludwig. Im Jahre 1881 wurde eine neogotische Kirche nach dem Entwurf von Franciszek Tournelle erbaut. Möglich wurde dies durch die finanzielle Unterstützung durch Fryderyk Wilhelm Cords. Die Initiative für den Neubau ging von Pfarrer Rudolf Zirkwitz aus. Zur Gemeinde gehörten einige der bedeutendsten Unternehmer der Stadt, oft waren sie deutscher Herkunft: Wilhelm Haack, Hugo Mühsam oder Bürgermeister Ludwig Bauer. Es gibt noch viele deutsche Grabmale im evangelischen Teil des städtischen Friedhofs (Zentralfriedhof, poln. Cmentarz Komunalny) in Włocławek. Außerdem gibt es in diesem Friedhof auch ein Denkmal aus dem Jahr 1915 für die deutschen Soldaten, die während des I. Weltkrieges gefallen sind. Die Nazis haben diesen Denkmal im Propaganda während des II Weltkriegs benutzt.

Im Jahre 1920 ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland in Włocławek geboren worden, Marcel Reich-Ranicki. Der bekannte Publizist und Literaturkritiker wurde als drittes Kind des Fabrikbesitzers David Reich und dessen Frau Helene Auerbach in der Piekarskastrasse 4 (Baeckerstrasse, Ulica Piekarska) geboren. Das Marcel Reich-Ranicki Geburthaus ist noch heute an der Piekarskastrasse zu sehen. Marcel Reich-Ranicki wuchs in einer assimilierten jüdischen deutsch-polnischen Familie auf. 1928 musste der Vater den Bankrott anmelden. Marcel Reich durfte als einziger seiner Geschwister die deutsche Schule in Włocławek besuchen. Vom 25. März 1988 bis zum 14. Dezember 2001 leitete Reich-Ranicki die kontroverse Sendung „Das Literarische Quartett“ im ZDF mit einem großen Publikum. In Fachkreisen war er als „Literaturpapst“ bekannt und gilt als der einflussreichste deutschsprachige Literaturkritiker der Gegenwart. Reich-Ranicki wurde auch über die Literaturszene hinaus populär. So kennt nach einer Umfrage 98 Prozent der deutschen Bevölkerung seinen Namen. Er erhielt viele Auszeichnungen: den Europäischen Kulturpreis, Ehrendoktorwürden z.B. der Freien Universität Berlin, der Universität Tel Aviv, der Humboldt-Universität Berlin oder Goldene Berliner Bär. Er ist Namenspatron des Lehrstuhls für deutsche Literatur der Universität Tel Aviv. Er hat oft in den Interviews betont, dass er wieder in Polen am liebsten Włocławek ansehen möchte.

In den Jahren 1939-45 war der offizielle Name der Stadt Leslau an der Weichsel. Die Stadt gehörte zum Reichsgau Wartheland im Deutschen Reich. Es wurde eine große Aktion „Heim ins Reich“ organisiert, in Leslau kamen in der Folge viele deutsche Aussiedler, hauptsächlich aus Bessarabien (Moldawien) und Riga (Latvia) an. Man hat auch teilweise den Bau vom Festung Leslau organisiert (ddwloclawek.pl/pl/11_wiadomosci/1429_zobacz_bunkry_wokol_wloclawka_co_kryja.html). In dieser Zeit sind in der Stadt viele bekannte Personen geboren oder haben hier gewohnt. Man sollte in diesem Zusammenhang über Jürgen Knobloch (Professor für Mikrobiologie und Tropenmedizin, Direktor am Institut für Tropenmedizin des Universitätsklinikums Tübingen,Vorsitzender der Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit), Günther Bott (Jurist und Richter am Bundesarbeitsgericht), Paul Barz (Journalist und Schriftsteller), Christian Schafrik (Schlagersänger) oder Helga Olufs (Malerin) sprechen.

Heutzutage haben sich in Włocławek viele deutsche Firmen und Handelsketten niedergelassen.


Sehenswürdigkeiten

Maria-Himmelfahrt-Dom (poln. Katedra pw. Najświętszej Marii Panny) – gotische Kathedrale (Backsteingotik) mit einzigartigen Kunstschätzen: Skulpturen (z.B. von Veit Stoß geschaffen) und Gemälde. Sie ist eine der ältesten (1340) und höchsten (85 m) Kirchen in Polen. Die erste Bauetappe dauerte über 70 Jahre (1340-1411). Außerhalb des Doms ist die berühmte Sonnenuhr, die von Mikołaj Wódka (Abstemius) und Nikolaus Kopernikus gebaut wurde, zu finden.
Die Besichtigung beginnen wir beim Renaissanceportal (1539) an der rechten Seite. Weiter sehen wir die Kapelle der Maria-Verkündigung mit den Gemälden aus dem 15. Jahrhundert und das monumentale Candelabrum (fast 4 Meter groß), das 1596 in Riga in der Werkstatt von Hans Meyer gemacht wurde. Nicht weit davon können den Grabstein vom Soldaten Marcin Talibowski aus dem Jahre 1603 sehen, ebenso die Skulptur „Abendmahl Jesu“ (1505). In den beiden vorderen Ecken befinden sich kuppelförmige Kapellen, die am Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut wurden. Die Kapellen haben eine sehr reiche Ausstattung. Neben der Kapelle kann man eines der besten Silberschmiedearbeiten in Europa entdecken – einen silbernen Eucharistiethron (1744) ansehen. Er wurde von Jan Letyński und Jan Hausen im Barockstil geschaffen.
Die dabei liegende Epitaphiumplatte von Krzesław aus Kurozwęki wurde 1516 in Ungarn von Jan aus Florenz (poln. Jan Florentczyk) geschaffen. Jan aus Florenz war der Sohn des italienischen Bildhauers Francesco Fiorentino. Francesco zusammen mit seinem Sohn schuf in Krakau einen Arbeitsraum, der die Arbeiten auf dem königlichen Burg Wawel in den Jahren 1507-16 und in den anderen Städten führte. Sie waren die ersten Renaissancekünstler in Polen. Ihre Stilmerkmale können wir am besten in Italien in Urbino im Palast der Familie Montefelter finden.
Vor dem Hauptaltar gibt es das Tumski-Kreuz. Er stammt aus dem 17. Jahrhundert. Im Presbyterium befindet sich das größte gotische Bild (1470) in Polen, welches auf Holz gemalt wurde. Es ist nicht bekannt, wer dieses Bild geschaffen hat. Einige Kunstkenner sagen, dass dieses Bild aus dem Atelier von Franciszek aus Sieradz stammt, andere sind sicher, dass der Künstler ein Deutscher war. Hier sehen wir auch gut die gotischen Portale aus dem 14. Jahrhundert.
Weiter können wir das Bild „Himmelfahrt” sehen, das 1639 vom polnischen Maler Bartłomiej (Bartholomeus) Strobel gemalt wurde, der deutscher Herkunft war. Er war Sohn des Malers Bartholomäus der Älteste und Thabitha Riehl. In den Jahren 1608-1611 war er in Wien und Prag tätig. Sein Freund war der deutsche Poet Marthin Opitz. Im Jahre 1633 kam er nach Polen (Danzig, Thorn). Er wurde zum Maler von König Władysław IV. Er schuf hauptsächlich Bilder mit Themen der Heiligen Marie und verschiedene Porträts. Das ist eine der wichtigsten barocken Gemälden.
Bei dem Sankt-Kasimir-Altar (poln. Ołtarz Św. Kazimierza) aus dem XVIII Jh. hängt eines der interessantesten Werke der Renaissance in Polen: „Kreuzigung” (1565), gemalt vom spanischen Künstler Juan Correa de Vivar. Sein Name ist mit der Stadt Toledo verbunden. Er war sehr religiös und stand unter großem Einfluss des italienischen Malers Rafael. Viele von seinen Werken sind leider verschwunden oder zerstört, jedoch gibt es eine große Sammlung im Museo del Prado in Madrid, andere sind in verschiedenen Kirchen in Spanien zu finden.
In der nächsten Kapelle an der linken Seite können wir ein Gemälde aus dem Atelier von Francisco de Zurbaran (XVII Jh.) mit dem Titel „Papst Nikolaus V bei dem Grabmal von Heilligen Franziskus” sehen. Der spanische Maler kam nach Sevilla und besuchte dort die Schule des Juan de las Roelas, studierte besonders die Natur und bildete einen eigenen Stil heraus (starke Hell-Dunkel-Wirkungen). Im Stil war er also mit Caravaggio und Ribera verwandt. 1625 begann er die großen Bilder für dem Heiligen-Petrus-Dom in Sevilla. Später entstand eines seiner Hauptwerke: „Triumph des hl. Thomas von Aquin“, weiterhin die Bilder im Kloster in Santa María de Guadalupe. Philipp IV. ernannte ihn zum Hofmaler. 1650 wurde er nach Madrid berufen, wo das berühmte Bild „Die Taten des Herkules“ entstand. Er malte hauptsächlich Legendenzyklen, Andachtsbilder, Porträts und Bilder von Kartäusern.
In derselben Kapelle ist auch eine Grabmalplatte vom Bischof Piotr aus Bnin zu finden. Sie wurde von dem auch in Deutschland berühmten Bildhauer Veit Stoß im Auftrag von Fillip Kallimach, dem Sekretär und Arzt vom polnischen König Kazimierz Jagiellończyk, gefertigt. Veit Stoß war Bildhauer und Bildschnitzer der Spätgotik, er war seit 1473 in Nürnberg und ab 1477 - mit einigen Unterbrechungen bis 1496 - vor allem in Krakau (poln. Kraków) tätig. Er schuf den Hochaltar in der Marienkirche in Krakau. Mit dessen Fertigstellung war er in Polen zu Ruhm und Reichtum gekommen. 1493 schuf er ein Werk in der Kathedrale in Włocławek: die Grabmalplatte des Bischofs Piotr aus Bnin. 1496 kehrte Veit Stoß nach Nürnberg zurück, wo er hölzerne Altäre und Einzelfiguren schnitzte. Wegen einer Urkundenfälschung durfte er die Stadt nicht ohne Genehmigung des Rates verlassen. Er floh 1503 nach Münnerstadt und wurde 1506 erneut verhaftet. Kaiser Maximilian I. bezog Veit Stoß 1512 in die Planungen des Kaisergrabs in der Hofkirche in Innsbruck heran.
Daneben befindet sich die Grabmalplatte des Bischofs Jan Karnkowski. Sie wurde von Hans Vischer aus Nürnberg in den Jahren 1536-38 geschaffen. Hans Vischer war ein deutscher Bildhauer und Erzgießer aus einer Nürnberger Künstlerfamilie. Er übernahm 1529 in dritter Generation die Gießereiwerkstatt, in der er zusammen mit seinem Vater und den Brüdern Hermann und Peter arbeitete. Zu seinen Hauptwerken gehören das Grabmal des Kurfürsten Johann Cicero von Brandenburg im Berliner Dom, der Apollobrunnen im Hof des Nürnberger Rathauses, die „Gedächtnisanlage“ Albrecht von Brandenburgs in der Stiftskirche Aschaffenburg, das Gitter am Eingang mit den Wappen von Polen, Litauen und der Familie Sforza in der Sigismund-Kapelle der Wawelkathedrale in Krakau oder die Epitaphe von Severin und Sofia Boner in der Marienkirche in Krakau.
Weiterhin sehen wir noch die ältesten Glasfenster in Polen. Sie stammen aus der Zeit der Gotik (1360). Sie zeigen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, hauptsächlich aus dem Leben der Heiligen Familie. Aufgrund ihres Alters sind diese Fenster Unikate in Polen. In der Kathedrale gibt es 22 gotische Glasfenster, sie begeistern den Besucher durch ihre Farben, die Komposition und die verwendeten Ornamente. Es ist nicht feststellbar, wer diese Fenster geschaffen hat.

Kopernikusplatz
Hier befinden sich der Maria-Himmelfahrt-Dom, das Priesterseminar (ehemalige Kathedralschule, ältestes Seminar in Polen, 1569 gegründet) und die Sankt-Vitalis-Kirche. Der Platz wurde nach einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Renaissance benannt, Nikolaus Kopernikus. Er wohnte von 1488-91 in der Stadt. Hier wurde er von seinem Onkel, Lukas Watzenrode, einem Kanoniker in Thorn, in die Kathedralschule neben dem Maria-Himmelfahrt-Dom geschickt. Diese Schule hatte einen guten Ruf, hier hat z.B. auch die mächtige deutsche Familie Farber aus Danzig gelernt. Kopernikus, der bekannte Astronom, Begründer der Theorie des heliozentrischen Weltbildes, aber auch Mathematiker, Ökonom, Arzt und Rechtsanwalt hatte hier gute Lehrer, z.B. Mikołaj Wódka, der Abstemius genannt wurde. Er war ebenso Astronom und Astrologe, seinen Doktortitel hat er an der Universität in Bologna erworben. Zusammen mit Kopernikus hat er die berühmte Sonnenuhr an der Außenwand der Kathedrale konstruiert. Sie ist bis heute dort zu finden. Es ist noch nicht ganz erklärt, ob eine der ersten Wasserleitungen in Europa in Wloclawek wirklich von Kopernikus entworfen wurde. Es gibt keinen „Da-Vinci-Code“, aber vielleicht gibt es einen „Kopernikus- Code“? Die interessantesten Fakten über den berühmten Erfinder, darunter auch über seine Jahre in Włocławek, beschreibt Prof. Jeremi Wasiutynski in seinem Buch „The Solar Mystery”.
Die Kathedralschule wurde mehrmals zerstört und umgebaut, heute kann man von einem neogotischen Komplex (Schule und Bibliothek) von 1843 sprechen. Er wurde vom Architekten Jan Aleksander Ciunkciewicz entworfen.
Zu sehen gibt es hier noch die Sankt-Vitalis-Kirche (poln. Kościół pw. Św. Witalisa). Das gotische Gebäude stammt aus dem Jahr 1330 und wurde von Bischof Mikołaj aus Gołańcza gegründet. Bemerkenswert ist der gotische Hauptaltar aus dem Jahre 1460 und das Kreuzrippengewölbe. Die Rippen kreuzen sich wie die Diagonalen in einem Rechteck. Leider gehört diese Kirche zum Priesterseminar in Włocławek und wird nur für ein paar Tage im Jahr für Touristen geöffnet. Sicherlich verbrachte auch hier hat Nikolaus Kopernikus seine Zeit, um in der Stille zu beten. Sie ist eine der ältesten Kirchen auf polnischem Gebiet.
Sehr nah gibt es noch der älteste Speicher in Włocławek anzusehen. Der Schwarze Speicher (poln. Czarny Spichrz) wurde im XVIII/XIX Jh. gebaut und ist eine seltene Konstruktion in Polen. Er gehörte zur Fabrik von Ferdinand Bohm. Heutzutage ist hier Kunstgalerie und Club.

Museum des Kujawer und Dobriner Landes
Das Museum des Kujawer und Dobriner Landes (poln. Muzeum Ziemi Kujawskiej i Dobrzyńskiej) in Włocławek besitzt eine der seltensten Sammlungen in Polen. Außer den Kunstwerken aus der Region, die nur hier besichtigt werden können, kann man hier auch eine breite Palette der polnischen und europäischen Kunst ansehen.

Hauptsammlungen
Die Hauptsammlungen bestehen aus 2 ständigen Ausstellungen. Die erste beschreibt die Geschichte der Fayenceherstellung in Włocławek. Die erste Fabrik für Fayencen wurde hier im Jahre 1873 gegründet. Ihre Eigentümer waren Zygmunt Kuhlfeld, Dawid Czamański, Izydor Szrejer und Bernard Boas. Die ersten Erzeugnissen waren Teller, Schalen, Küchengefäße, Frühstücks- und Mittagsservices und Fayence. Weitere Inhaber der Fabrik waren Józef Teichfeld und Ludwik Asterblum. Im Jahre 1973 wurde das Unternehmen verstaatlicht. Ein Teil der ehemaligen Fayence-Fabrik produziert weiter als kleines Familienunternehmen „Fajans Włocławek“. Hergestellt werden über 500 fantasievolle Dekorations- und Gebrauchgegenstände mit verschiedenen Motiven (Blumen, Tiere, berühmte Persönlichkeiten, Symbole, antike Themen oder geometrische Figuren). Alle Objekte sind handgemacht und handgemalt.
Die zweite Ausstellung „Galerie polnischer Porträts“ beschreibt die Geschichte der polnischen Malerei vom Anfang des 19. bis zur Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der erste Zeitraum wird vertreten durch Ksawery Lampi, Aleksander Molinari und Franciszek Pfanhauser. Man kann Bilder, die thematisch mit dem bekanntesten polnischen Komponisten Fryderyk Chopin verbunden sind, finden. Der Musiker verbrachte in Kujawien oft seine Sommerferien. Hier wohnte auch eine seiner Geliebten, Malerin Maria Wodzińska. Der zweite Zeitraum wird durch die Gruppe der „Münchner Schule“ (poln. „Monachijczycy“ oder „Szkoła monachijska“) K. Alchimowicz, J. Simmler, oder T. Axentowicz repräsentiert. Inoffizieller Begründer der Gruppe war Józef Brandt. Sie sind die berühmtesten polnischen Künstler dieser Zeit. Sie absolvierten ihre Ausbildung in München und wohnten über viele Jahre in der bayerischen Hauptstadt. Die beliebteste Schule der Malerschüler war die Königliche Akademie der Bildenden Künste. Die Thematik ihrer Bilder war eng mit der Romantik, sowie der polnischen Geschichte und Poesie verbunden. Wichtigste Begriffe in dieser Gruppe waren: Realismus, Stimmung und „Münchner Soße“. Alle Bilder waren durch Kunstkenner hoch anerkannt und wurden gern gekauft, besonders Bilder mit polnischen Landschaften.
Der Bereich „Junges Polen“ wird vertreten durch einige der besten Maler, Leon Wyczółkowski (Impressionismus), Jacek Malczewski, Vlastimil Hofman (Symbolismus) und Józef Mehoffer (Sezession).
Zum Jahrzehnt der „Goldenen 20er“ bietet das Museum ein breites Angebot. In diese Zeit gehören Stanisław Ignacy Witkiewicz, Wojciech Kossak, Alfons Karpiński oder Olga Boznańska.
Ergänzt wird die Galerie durch Porträts der Könige und einiger Helden aus der Periode vom 17. bis 20. Jahrhundert, auch von ausländischen Künstlern, wie z.B. Antoon van Dyck oder Marcello Bacciarelli. Sir Anthonis van Dyck war ein flämischer Maler (insbesondere Porträts) und Grafiker des flämischen Barock und Schüler von Peter Paul Rubens. Anthonis van Dyck siedelte 1632 nach London über, wo er als Hofmaler für Karl I. arbeitete. Die größte Sammlung seiner Werke befindet sich in Großbritannien.

Museum für Geschichte
Es befindet sich am Altmarkt in zwei Bürgerhäusern aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Die Ausstellung im Erdgeschoss besteht aus den archäologischen Exponaten aus der Zeit ca. 2500-3000 v. Ch. Diese neolithische Kultur hat Pyramiden nahe Włoclawek gebaut. Ihre Entstehung ist noch nicht umfassend erforscht. Sie sind älterer als die berühmten Pyramiden in Ägypten! Weiter sehen wir die Ausstellungsstücke aus dem Mittelalter, Handwerk, „Czara Włocławska“ - ein liturgisches Gefäß aus dem 10. Jahrhundert. Es beschreibt die biblische Geschichte der Befreiung von Israeliten mit Gedeon gegen Medeniten und stellt die Ausrüstung der polnischen Ritter und des Deutschem Ordens dar (14. Jahrhundert).
Beim weiteren Rundgang entdeckt man die luxuriöse Exponate aus dem 16. und 17. Jahrhundert: Möbel, Geschirr, Wiegen oder Uhren (u. A. Kacheluhr vom Werk von Hans Scheffler aus dem Jahre 1666). Außerdem gibt es hier eine große Sammlung von Münzen (XII-XVIII Jh.). Es wird weiterhin auch eine vollständige Apotheke aus dem 19./20. Jahrhundert dargestellt.
Die Ausstellungen im ersten Stock umfassen den Zeitraum 1794 (Włocławek fiel damals an Preussen und später an Russland) bis 1945. Es gibt hier alles, was mit den polnischen Aufständen gegen den Zaren von Russland zusammen hängt: Schusswaffen und konventionelle Waffen, Uniformen oder verschiedene Dokumente. Weiter sieht man Exponate aus der Zeit der industriellen Revolution, Erinnerungsstücke verschiedener Sportmannschaften und der Feuerwehr in Polen im 19. Jahrhundert. Darüber hinaus sind viele Exponate zu finden, die sich mit dem 1. und 2. Weltkrieg, sowie dem Polnisch-Sowjetischen Krieg 1920 beschäftigen. Darunter zählen auch viele deutschsprachige Unterlagen. Es gibt hier auch Modelle von den zerstörten Sehenswürdigkeiten in Włocławek und eines Fotobetriebs aus dem Jahre 1870.

Kunstsammlungen

In den Kunstsammlungen (poln. Zbiory Sztuki) in der Burgstraße (poln. ulica Zamcza) kann man zahlreiche Perlen der Malerei bewundern. Die Sammlung der ausländischen Kunst ist hauptsächlich durch norditalienische, süddeutsche und niederländische Kunst (17./18. Jahrhundert) vertreten. Wichtigste Werke sind die Gemälde „Urteil von Midas“ von Carlo Cignani, „Schlacht mit Tuerken“ von Georg Philipp Rugendas, „Caritas“ von Francesco Salviati ( Francesco de' Rossi) oder Skizzen von Rembrandt van Rijn, Albrecht Altdorfer, Heinrich Aldegrever, Parmigianino, Vespasiano Strada oder Lucas van Leyden.
Man muss darauf hinweisen, dass es hier eine einzigartige und zugleich weltgrößte Sammlung von Werken von Künstlern gibt, wie z.B. dem „polnischen Gaudi“ Stanisław Zagajewski oder Wacław Bębnowski. Zagajewski gehört zu den Bildhauern aus der Gruppe „L’art brut“. Er war auf keramische Skulpturen aus Tonmineralen spezialisiert. Atemberaubend sind seine monumentalen Altäre, er schuf auch interessante Masken und Tiere.
Die zweite ständige Ausstellung ist dem Bildhauer Wacław Bębnowski gewidmet. Seine keramischen Skulpturen und funktionale Objekte gehören zur „Art Nouveau“. Oft werden nackte Nymphen oder Themen aus den Fernem Osten dargestellt.

Ethnograpisches Museum
Interessant für einen Besuch ist auch das Ethnographische Museum (poln. Muzeum Etnograficzne). Włocławek ist die Hauptstadt vom Land Kujawien, diese Region hat vielfältige Tradition - Mode, Essen, Architektur, Handwerk oder verschiedene Sitten und Bräuche. Zu diesem Zweck wurde hier eine einmalige Ausstellung über den Alltag im Dorf im 19. Jahrhundert eingerichtet. Es befinden sich hier natürlich landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge für die Tierzucht. Bemerkenswert sind die Abteilungen für die Fischerei (Boote, Fischnetze), Handwerk (Töpferei, Schneiderei, Tischlerei, Flechterei oder Tischlerei) oder die typische Ausstattung eines kujawischen Haushalts (Möbel, Hausgeräte, Kleidung oder religiöse Skulpturen). Am Ende gibt es noch einen Bereich, der Sitten und Bräuche erklärt.
Hier kann der Besucher mehr über die polnische traditionelle Küche erfahren, z.B. über Żurek Kujawski (Sauermehlsuppe mit Weißwurst), Krupnik (Graupensuppe), Zupa Pomidorowa (Tomatensuppe), Rote-Bete-Suppe mit Maultaschen, kujawische Piroggen, Schweineschnitzel mit Kohl, Kartoffelklöße mit Bigos (Eintopf aus Kraut und Fleisch) oder Kuchen und Süßwaren.

Diözesanmuseum
Am Kopernikusplatz (poln. Plac Kopernika) im Gebäude eines ehemaligen Bistumspalasts befindet sich das sehr empfehlenswerte Diözesanmuseum (poln. Muzeum Diecezjalne). Es gibt hier einmalige Werke, wie z.B. den Pastorał-Krummstab des Bischofs Maciej aus Gołańcza (Frankreich, aus dem 13. Jahrhundert) und einen liturgischen Kelch aus dem Jahr 1368.
In den folgenden Räumen kann der Besucher die folgenden Epochen nacherleben. Am Anfang steht die Prähistorie, dort sind Exponate aus der Zeit vor 2000 Jahren v. Chr. Zu sehen. Weiter finden wir romanische Kunstwerke, darunter „Oko Opatrzności“ (dt. „Vorsorgeauge“) und andere Ausstellungstücken aus dem 12. Jahrhundert, die meist aus der romanischen Kathedrale in Włocławek stammen. Leider wurde diese Kathedrale zerstört. Die Zeit der Gotik ist mit den Gemälden und Skulpturen aus dem 14. und 15. Jahrhundert (z.B. mit dem Bild „Gottesmutter mit dem Kindchen“ aus dem Jahr 1480) vertreten. In einem getrennten Raum gibt es wunderschöne Inkunabeln und alte Bücher. Wir finden auch Holzschnitte vom bekannten deutschen Künstler Albrecht Dürer.
Weiter gibt es einen Saal, der im Stil des Barock gestaltet wurde. Er wird oft „Caravaggio-Raum“ genannt, weil es dort viele Bilder aus der italienischen Malerschule von Michelangelo Merisi da Caravaggio gibt. Wir können hier z.B. die „Rückkehr des verlorenen Sohn“ von Giovanni Francesco Barbieri (Guercino) bewundern. Ausgestellt sind auch Goldschmiedearbeiten aus einer Augsburger Werkstätte des 17. Jahrhunderts. Zu sehen gibt es auch verschiedene Möbel. Beim weiteren Rundgang wird die Kultur des polnischen Adels im 17. und in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gezeigt (Sarmatismus, poln. Sarmatyzm). Außerdem gibt es noch den Mariensaal mit Kunstschätzen, die mit der Heiligen Marie verbunden sind.

Marschall-Józef-Piłsudski-Boulevard
Dies ist einer der größten Boulevards in Polen, der am größten Fluss Polens sehr malerisch angelegt ist. Er hat den Namen einer der bekanntesten Persönlichkeiten in Polen aus den Zwischenkriegsjahren – Marschall Józef Piłsudski. Er kann in seiner historischen Bedeutung am ehesten mit dem Kanzler Otto von Bismarck verglichen werden. Er kämpfte während des 1. Weltkrieges um die Souveränität Polens nach insgesamt 123 Jahren fremder Besetzung des Landes. Józef Piłsudski war auch Präsident Polens und schuf neue Staatsstrukturen, darunter ein starkes Militär und das politische System. Er kämpfte auch während des Polnisch-Sowjetischen Krieges 1920. Die Kämpfe mit dem Sowjetischen Bund wurden in Włocławek hauptsächlich auf diesen Boulevards ausgetragen. Im Sommer werden diese Ereignisse oft nachgespielt.
Entlang dem Marschall-Józef-Piłsudski-Boulevard (poln. Bulwary im. Marszałka Józefa Piłsudskiego) befinden sich die Kornspeicher (jetzt Museen), der Bischofspalast aus dem Jahr 1861 im klassizistischen Stil (mit Teilen aus dem 14. Jahrhundert), Bürgerhäuser, die Kirche „Heiliger-Johannes-der-Täufer“, das Kulturzentrum „Browar B“ (dt. „Brauerei B“) in einer ehemaligen Brauerei aus dem 19. Jahrhundert und ein Unterhaltungspark. Von hier sehen wir den Stadtteil Zawiśle (dt. hinter der Weichsel) mit dem Hügel des Heiligen Gotthard, wo früher ein Kirchen- und Klosterkomplex der Zisterzienser zu Ehren des Heiligen Gotthard entstand. Leider wurde dieser Komplex schon vor ein einigen Jahrhunderten zerstört. Die Bürgerhäuser am Altmarkt stammen aus dem 18. Jahrhundert.

Die Kirche „Heiliger-Johannes-der-Täufer“
Die Kirche „Heiliger-Johannes-der-Täufer“(poln. Kościół pw. Św. Jana Chrzciciela) ist eine spätgotische Kirche mit Renaissance- und Barockelementen (erstes Gebäude im Jahre 1560). Die erste katholische Kirche entstand hier schon im 13. Jahrhundert. Die jetzige Kirche wurde mehrmals durch Überschwemmungen zerstört, es gibt Ziegelsteine mit den entsprechenden Daten. Der Altar stammt aus dem 18. Jahrhundert. Es gibt hier Gemälde von Roman Galiński und Bolesław Rutkowski. Neben der Kanzel befindet sich die Nordkapelle von Jan Baptist aus Venedig (poln. Jan Baptysta Wenecjanin), die 1565 entworfen wurde. Die Werke dieses Architekten können wir in verschiedenen Kirchen in Polen und Europa finden (z.B. Archikathedrale in Warschau). Die Südkapelle wurde vor einigen Jahrhunderten durch die Fischerzunft betreut.

Wzorcownia
Die ehemalige Fabrik von Fayencen und Keramik wurde im Jahre 1873 gegründet. Ihre Eigentümer waren Zygmunt Kuhlfeld, Dawid Czamański, Izydor Szrejer und Bernard Boas, weitere Inhaber waren J. Teichfeld und L. Asterblum. Ein Teil der Fabrik produziert weiter als Firma Fajans Włocławek. Die Fabrik wurde in das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum Wzorcownia (dt. Musterraum) umgebaut, das wirklich atemberaubend aussieht. Käufer können hier bekannte Marken aus aller Welt finden.

Franziskaner Kirchen- und Klosterkomplex
Der Franziskaner Kirchen- und Klosterkomplex (poln. Parafia i Klasztor Ojców Franciszkanów) aus dem Jahr 1639-44 im Barockstil, hat eine originale Ausstattung, die ca. 1768 von Künstlern und Handwerkern aus Włocławek gefertigt wurde. Einmalig sind die Türen zwischen dem Presbyterium und dem Klosterkreuzgang. Gefertigt in Intarsientechnik, wurden sie im 17. Jahrhundert in Thorn hergestellt. Die Arbeit erweckt einen dreidimensionalen Eindruck. Es gibt nur wenige solcher Werke in Polen. Der Künstler ist leider nicht bekannt.

Evangelische Kirche
In den Jahren 1877-1881 wurde nach dem Entwurf von Franciszek Tournelle eine neogotische Kirche auf dem Platz der ehemaligen hölzernen Kirche errichtet. Der Pfarrer Rudolf Zirkwitz war der Initiator des Neubaus, finanziell gefördert wurde das Vorhaben durch Fryderyk Wilhelm Cords. Bemerkenswert ist der Altar mit einem Gemälde aus dem Jahr 1889 von Kazimierz Mirecki, nach einem Original von Delaroche. Die Orgel wurde durch die Firma Schlag und Söhne aus Schweidnitz gebaut.

Marine bei dem Fluss Weichsel  (Polnisch Przystań nad Wisłą we Włocławku) - eine von 3 Marinen/ Hafen in Włocławek, diese liegt in der Altstadt bei der Kathedrale und dem Fluss Zgłowiączka. SIe hat atemberaubende Struktur und war Gewinner von vielen Architektur Wettbewerben. Man kann hier Cafe (Kawiarnia Rejs Włocławek), Tischtennis, Karate Club oder Strand unter den Palmen mit Liegestuhlen finden. Es ist auch moeglich Boot, Motorboat, Canoe,Schiff etc. zu mieten. Im Sommer gibt es Schiffahrten entlang der Weichselkueste.

Zentraler Friedhof  in Włocławek
Zwischen den Strassen (ulica auf Polnisch) Komunalna, Chopina und Aleja Królowej Jadwigi gibt es der größte und älteste Friedhof in der Stadt, Zentraler Friedhof (Cmentarz Komunalny we Włocławku). Es gibt hier verschiedene Teilen: polnische, juedische , evangelische (hauptsaechlisch deutsche), russische, für die Opfer vom 1. und 2. Weltkrieg.

Włocławskie-Stausee / Włocławski- Haaf  und Wasserkraftwerk in Włocławek
Der Staudamm von Włoclawek wurde in den Jahren 1963-70 als Wasserkaftwerk mit einer Leistung von 162 Megawatt gebaut. An einer Seite befinden sich eine Großschifffahrtsschleuse, Schleusentore und die Fischtreppe. Es folgt das Hügelland der pommerschen Endmoräne, durch das sich die Weichsel ein breites Tal geschnitten hat. Von hier aus kann der Besucher ein weites Panorama der Stadt bewundern. Die Weichsel hat hier ihren breitesten Abschnitt in Polen, fast hat es den Eindruck, man sei am Meer.
In der Nähe von Thorn wurde im Jahr 1984 der Pfarrer Jerzy Popiełuszko, Führer der kirchlichen Opposition, vom kommunistischen Geheimdienst ermordet und in die Weichsel geworfen. Ein heute sichtbares Zeichen zur Erinnerung an diesen Mord ist ein hohes, leuchtendes Kreuz am Ufer des Flusses. Sehr oft finden deshalb Pilgerfahrten aus Polen und dem Ausland an diesen Ort statt.
Am Stausee sieht man häufig Yachten, kleine Schiffe, Boote, Windsurfer oder Jet-Ski-Fahrer. Natürlich kann man hier die reine Natur genießen, vor allem verschiedene Arten von Vögeln. An den Stausee grenzt der Gostynińsko-Włocławski-Naturpark, wo auf einem Gebiet von 22.000 ha sehr viele Tiere (vor allem 180 Arten Vögel!), Pflanzen und Landschaften (besonders Sanddünen und über 40 Seen) unter Schutz stehen. Es gibt hier ein Reservat von Natura 2000.

Prüfen Sie bitte und teilen Ihren Bekannten:
http://www.facebook.com/VisitWloclawek


Stadtführer Włocławek und Kujawy
E-Mail: visitwloclawek@wp.pl
Visit Włocławek + Deutsch-Polnische Gesellschaft in Włocławek. Alle Rechte vorbehalten.